Wie du authentische und benutzerfreundliche Texte für deine Website schreibst

 

Wie du authentische und benutzerfreundliche Texte für deine Website schreibst

Immer wieder bemerke ich Schwierigkeiten beim Texte-Schreiben für die Website.

Und da stechen zwei Punkte hervor:

I.Die Angst vor dem ersten Wort

Viele tun sich schwer damit, überhaupt mit dem Schreiben zu beginnen. Aber weißt du was? Die Erstversion muss nicht perfekt sein! Niemand außer dir wird sie lesen.

Wie fängst du also mit dem Texten an?

Denk an einen Sprung ins kalte Wasser. Tu’s einfach ;) Schreib das hin, was du einer Freundin spontan über einem informellen Kaffee antwortest, stellt sie dir Fragen wie: ‚Was genau machst du?’ oder ‚Was ist eigentlich XYZ?’

Tu so, als ob du mit jemandem sprichst, den du gut kennst und bei dem du so sein kannst, wie du bist. Später bringst du das Geschriebene in Reinschrift. Du wirst sehen, du kriegst so den nötigen Schwung zum Anfangen!

II.Gähn. Dieser Text klingt fad und austauschbar

Oft entstehen Texte, die fad und mühsam zu lesen sind. Sie klingen so, als ob du sie schon 100-fach gelesen hast.

Damit dir das mit deinen Texten nicht passiert, kommen hier meine Tipss. Befolgst du sie, werden deine Texte authentischer und für deine Seitenbesucher attraktiver zu lesen:

1. Sprich, wie dir der Schnabel gewachsen ist (fast)

Eigene Texte fühlen sich oft so seltsam an, weil du das, was du geschrieben hast, niemals so sagen würdest.

Deswegen ist der Trick so zu schreiben, wie du sprichst!

Damit bringst du deine Persönlichkeit in den Text und machst ihn unverwechselbar. Und du vermeidest damit lehrbuch- und floskelhafte Texte. Natürlich hältst du dich an Grammatik und Rechtschreibung und schreibst gehobene Alltagssprache (keinen Dialekt):

Statt:
Das Wohlfühlen und das Entwickeln einer gewissen Sympathie zwischen Klienten und Therapeut sind eine grundlegende Voraussetzung für ein gutes Gelingen. Für das Bilden diese therapeutische Allianz sollte im Erstgespräch ausreichend Zeit zur Verfügung stehen.

Besser:
Ob die Therapie gelingt, hängt unter anderem davon ab, ob Sie sich bei mir in der Praxis wohlfühlen und ob wir ‚miteinander können’. Im Erstgespräch nehmen wir uns deshalb genug Zeit, damit wir uns ein bißchen kennenlernen.

Mit den folgenden Tipps werden deine Texte kurzweiliger und besser lesbar, weil sie die Leser aktivieren:

2. Zeitwörter statt Hauptwörter

Verwende lieber mehr Zeitwörter und reihe nicht zu viele Hauptwörter aneinander. Meide vor allem Substantive, die auf -ung, -heit und -keit enden. Hier wurden Zeitwörter zu Hauptwörtern gemacht. Wandle sie also wieder zurück:

Statt:
Reiki eignet sich wunderbar als Begleitung und Ergänzung zu jeder Art von Therapie und therapeutischer Anwendung.

Besser:
Reiki begleitet und ergänzt wunderbar jede Art von Therapie und therapeutischer Anwendung.

Statt:
Vielen Dank für die Anmeldung zum Newsletter!

Besser:
Danke, dass du dich für meinen Newsletter angemeldet hast!
Danke, dass du meinen Newsletter abonnierst!

3. Vermeide Zu-Konstruktionen:

Statt:
Es ist möglich, Ihre wirklichen Fähigkeiten zu fördern und Ihr volles Potential zielfördernd auszuschöpfen.

Besser:
Mit ... fördern Sie Ihre wirklichen Fähigkeiten und schöpfen Sie Ihr volles Potential aus.

Statt:
Ab und an neue Sportarten auszuprobieren, ist ebenfalls eine Möglichkeit, den Denkapparat zu trainieren.

Besser:
Probieren Sie ab und an neue Sportarten aus. Sie trainieren damit auch Ihren Denkapparat.

4. Aktiv schreiben

In der Schule haben wir zur Passivform ‚Leidensform’ gesagt. Heute verstehe ich warum: Zu viele Passivsätze machen die Texte schwerfällig und lassen den Leser leiden. ;-)

Statt:
Im sogenannten 'Einzelsetting' werden Ihre persönlichen Anliegen und Themen aufgegriffen und bearbeitet.

Besser:
Im sogenannten ‚Einzelsetting’ greifen wir Ihre persönlichen Anliegen auf und bearbeiten sie.

5. Direkte Ansprache

Statt:
Wir senden das Paket ...

Besser:
Sie erhalten das Paket ....

Statt:
Bei der Lektüre dieses Buches erfährt man ..

Besser:
In diesem Buch erfährst du ...

6. Keine bürokratisch abstrakten Formulierungen

Das sind Wörter wie 'anweisen', 'unterfertigen', 'übermitteln', 'retournieren'. Sie sind weit verbreitet, leider. Besser sagst du: 'überweisen', 'unterschreiben', 'schicken', 'zurückschicken'

Statt:
Ich lasse Ihnen gerne ein maßgeschneidertes Angebot zukommen!

Besser:
Ich schicke Ihnen gerne ein maßgeschneidertes Angebot!

7. Keine Schachtelsätze

Statt:
Gründe, die zu einer Kündigung führen, gibt es viele.

Besser:
Es gibt viele Gründe, die zu einer Kündigung führen.

Noch besser:
Es gibt viele Gründe für eine Kündigung.

Contentessa_tipps.jpg

Du bist hier richtig!

Denn ich packe mein Know-How und die Erfahrungen aus vielen Website-Projekten in meine regelmäßig erscheinenden Tipps.

8. Keine umständlichen Einleitungen und Modalverben

Die Modalverben sind: können, wollen, sollen, mögen, müssen, dürfen. Überleg dir, ob sie im jeweiligen Satz notwendig sind und ob es nicht auch ohne sie geht.

Statt:
Wir dürfen Ihnen mitteilen, dass Ihre Bestellung in drei Tagen versandbereit ist.

Besser:
Ihre Paket geht in drei Tagen in den Versand.

Statt:
Ich möchte dich darauf hinweisen, dass ...

Besser:
Bitte beachte: ...

9. Vorreiter

Was positiv klingt, ist in diesem Fall weniger gut ;) Wir sind lange Einleitungen immer noch gewohnt, weil wir sie häufig sehen. Vorreiter sind jedoch nicht nur überflüssig, sondern schieben die Hauptbotschaft auch in den Nebensatz:

Statt:
Ich erlaube mir daher, Sie höflich daran zu erinnern, dass ...

Besser:
Bitte denken Sie daran, ...

Statt:
Ich würde mich sehr freuen, wenn mein Angebot Ihr Interesse weckt und sich eine Zusammenarbeit ergäbe.

Besser:
Interessiert? Ich freue mich über Ihre Antwort und eine mögliche Zusammenarbeit.

10. Füllwörter meiden:

Wörter wie allerdings, also, ja, eigentlich, äußerst, manchmal, möglichst, nämlich, sogar, trotzdem, überhaupt, übrigens etc. schleichen sich gern in die Texte ein, bringen aber nichts.

Sie sind zum Verstehen des Kontexts nicht notwendig und haben geringe Aussagekraft. Daher: weglassen.

11. Verständlicher Satzaufbau und Satzlänge

Die Devise lautet: Ein Gedanke pro Satz. Lieber zwischendrin einen Punkt setzen und den Satz kürzen: 3 bis 15 Wörter pro Satz, maximal 25 Wörter. Das Wichtigste an den Satzanfang stellen, Überflüssiges streichen.

Beispiel:
Unabhängig mit welchen Thema oder Anliegen Sie kommen, welche Sorge oder welcher Lebensumstand Sie gerade nicht zur Ruhe kommen lässt oder welche Zustand Sie belastet, ist es mir wichtig, Sie genau dort abzuholen, wo Sie gerade stehen. (37 Wörter, 1 Satz)

Besser:
Ich hole Sie genau dort ab, wo Sie gerade stehen: Ganz gleich, mit welchem Thema Sie zu mir kommen und welche Lebensumstände Sie belasten.
(24 Wörter, 2 Sätze, Sinn unverändert)

12. Unpersönliche Formulierungen wie ‚es‘ und ‚man‘ meiden:

Statt:
Man erhält super Rund-um-die-Uhr-Kundensupport und es wird auch in den verständlichen Videos durch alle Schritte geführt.

Besser:
Du kriegst super Rund-um-die-Uhr-Kundensupport und die verständlichen Videos führen dich durch alle Schritte.