Squarespace und Wordpress. Die Unterschiede.

 

Squarespace und Wordpress. Die Unterschiede.

Oder: Website-Baukasten oder nicht?

Oft wird als Alternative zu Squarespace kein anderer Page-Builder wie Wix, Weebly oder Jimdo genannt, sondern Wordpress. Wordpress ist sehr bekannt und laut eigenen Angaben wurden 28% der Websites weltweit damit gebaut.

Beide Lösungen können zum selben Ziel führen. Denn du bekommst mit beiden deine Website.

Manchmal ist Wordpress die bessere Variante.

Ich beobachte aber oft, dass sich Einzelkämpfer wie ich mit einer Wordpress-Seite herumplagen, was gar nicht notwendig wäre. Weil sie es viel einfacher kriegen könnten.

Damit du die Unterschiede kennen lernst, vergleiche ich hier die beiden Tools in Bezug auf acht Aspekte miteinander:

1. Die Technik

Gleich vorweg: Diese beiden Systeme sind nicht gleichwertig. Sie haben eine komplett andere Basis:

Wordpress ist ein offenes System. Das bedeutet, die Codes liegen offen und sind für jeden Programmierer weltweit zugänglich. WordPress, aber auch Joomla, TYPO3 und Drupal, zählen zu den bekanntesten Open-Source-CMS und sind laut Wikipedia die meist verwendeten.

Daher kannst du in deine Wordpress-Website alles reinprogrammieren (lassen), was du willst und was du dir wünscht.

Squarspace ist als Web-Baukasten ein geschlossenes System. Hier ist nicht alles möglich. Außer du beauftragst einen Squarespace-Developer. Aber das ist ein anderes Thema.

Als normaler Nutzer, der sich mit den vorhandenen Gegebenheiten begnügt, kannst du nicht alles machen. Und das ist der entscheidende Unterschied.

Mir persönlich ist das egal. Weil ich keine Designerin bin. Ich verlasse mich gerne auf das Know-How von Profis in nutzerfreundlichem Design. Wenn also nicht vorgesehen ist, dass ich einen Button in Sternform mache, dann ist das okay für mich.

2. Kontrolle über das Tool

Du installierst dir die Wordpress-Software unabhängig auf deinen von dir gemieteten Webspace und deine Domain. So hostest und verwaltest du sie selbst.

Für manche ist das ein entscheidendes Argument.

Für mich nicht. Ich bin zwar Kontrollfreak, aber irgendwo gibt es auch für mich Grenzen ;-)

Ich finde es praktisch, wenn ich Hosting, Webspace, Website-Design und wenn ich will, sogar die Domain aus einer Hand bekomme und mich nicht um die Installation und das Hosting kümmern muss. Ich habe schließlich auch noch andere Dinge zu tun.

Außerdem nutze ich unzählige andere Cloud-Services und Tools, über die ich auch nicht die Kontrolle habe: Facebook, LinkedIn, praktische Helferleins wie Evernote und Todoist …

Also wieso brauche ich das hier? Meine Blogartikel sichere ich ohnehin separat auf einer externen Festplatte.

3. Plugins

Durch die offenes Codes und die große Open-Source-Gemeinde von Wordpress können externe Zusatzfunktionen (Plugins) weltweit frei entwickelt werden. Daher gibt es Tausende nützliche Plugins, die du dir auf deiner Seite installierst. Das ist klar ein Vorteil von Wordpress.

Bei Squarespace gibt es keine Plugins. (Das heißt, doch, es gibt sogar Plugins für Squarespace, aber das ist eine fortgeschrittene Geschichte, die ich an anderer Stelle vielleicht mal erzähle. Bleiben wir beim normalen Nutzer, der auch ich vor einigen Jahren war. Bevor ich mich entschloss, Squarespace-Websites für meine Kunden zu bauen.)

Das ist sicher ein Nachteil für manche. Für mich nicht. Weil Squarespace viele praktische Funktionen direkt integriert hat, die du nur per Klick aktivierst. Zum Beispiel die Sicherheitsverschlüsselung (SSL), Pinterest …

Der Große Nachteil bei Wordpress für mich ist, dass du diese Plugins regelmäßig updaten musst. Das kostet Zeit. Und Nerven. Wenn diese Updates die Seite zerschiessen, was oft vorkommt.

Manchmal aktualisieren Programmierer ihre Plugins nicht. Beim nächsten Sicherheits-Update kriegst du damit möglicherweise Probleme.

All das fällt bei Squarespace weg. Sie aktualisieren die Plattform und alles läuft. Du musst dich darum nicht kümmern.

4. Live-Demo

Änderst du bei Squarespace Dinge an deiner Website, dann siehst du dank Live-Demo direkt parallel im Editor, wie die Website aussieht, ohne die Änderung gespeichert zu haben. Du probierst herum und wenn dir das Ergebnis gefällt, speicherst du. Ich liebe es, wenn ich mir Schritte und Zeit erspare!

Bei Wordpress machst du die Änderung, speicherst sie und gehst in die Vorschau. Passt dir, was du siehst, publizierst du die Änderung. Wenn nicht, gehst du zurück in den Editor. Und der Tanz beginnt von vorne.

Ich fand das immer wahnsinnig mühsam.

5. Kosten

Als Argument wird oft gebracht, dass Wordpress billiger als Squarespace ist bzw. sogar gratis. Das stimmt nicht ganz. Denn irgendwo musst du deine Website ja hosten, du brauchst einen Serverspace, und für die Domain bezahlst du auch.

Bei Squarespace zahlst du. Und zwar für die Einfachheit, die Bequemlichkeit und das Zeitsparen. Dafür, dass du deine Seite nicht regelmässig warten musst. Und für den wunderbaren Kundenservice, der wirklich top ist:

6. Kundenservice

So intuitiv und einfach ein Tool zu bedienen ist, so vertraut man damit ist, den Kundenservice braucht man immer wieder mal.

Bei Squarespace hast du 1:1-Support, egal welches Preispaket du wählst. Und das ist toll (und sogar preisgekrönt). Zudem gibt es ein Forum, kurze, anschauliche Videos sowie ausführliche Artikel.

Seit letztem Jahr ist Squarespace auf Deutsch erhältlich. Der 1:1-Support-Chat ist auf Englisch und viele Videos und Artikel auch. Das ist für manche ein Nachteil. Nach und nach werden die Artikel aber übersetzt. Ich kann mir vorstellen, dass es irgendwann auch Chat und Videos auf Deutsch gibt.

Bei Wordpress hast du keinen 1:1 Support. Den kriegst du über deinen Webdesigner, wenn du einen hast. Und den du dafür bezahlst.

Es gibt bei Wordpress auch eine riesige Community, wo du dir Hilfen holen kannst. Aber man verbringt oft Stunden damit, irgendeine Info zu suchen, um dann doch auf eine veraltete zu stossen. Für mich ist das ein klarer Nachteil, weil mich das nervt.

7. Professionelle Ästhetik

Die kriegst du mit beiden Tools.

Bei Wordpress hast du mehr Flexibilität. Hier kannst du dir irgendein Layout überlegen und läßt es vom Webdesigner programmieren. Genau so, wie du dir das vorstellst. Dafür bezahlst du natürlich extra.

Oder du wählst eine Layoutvorlage, ein sogenanntes ‘Theme’, das du magst und gestaltest es um. In diesem Fall baust du die Website nicht von der grünen Wiese weg. Du setzt bei einem Grundlayout an, das du nach deinen Wünschen umgestaltest.

Bei Squarespace startest du immer mit einem Grundlayout. Hier heißen die Layoutvorlagen nicht ‘Theme’, sondern ‘Template’. Du wählst eines aus und gestaltest es individuell nach deinen Vorstellungen: Farben, Schriften, Anordnung der Elemente …

Für mich ist das kein Nachteil, weil Squarespace einfach die schönsten Layouts überhaupt hat. Und die sind komplett individualisierbar. Dieser Grad an Flexibilität reicht mir vollkommen.

Weitere Anpassungen der Layouts könntest du bei Squarespace mit Design Kits machen, die du separat von externen Anbietern kaufst. Damit kaufst du gewünschte Designelemente dazu. Das ist wieder etwas fortgeschrittener. Ich habe das bisher nicht ausprobiert.

8. Wartung

Eine Wordpress-Website musst du regelmässig warten. Du bekommst gesagt, wann ein Update deines Themes, deiner Plugins und der Seiten-Sicherheit notwendig ist. Das machst du dann. Oder dein Webdesigner. Hierbei kann es zu Kollisionen kommen und viel Zeit und Nerven kosten.

Bei Squarespace fällt die Wartung durch dich weg, weil das alles die Plattform für dich übernimmt. Und du dafür im Paketpreis bezahlt hast. Du sparst dir Zeit und kannst sie in dein eigentliches Business stecken.

 
Der Unterschied zwischen Wordpress und Squarespace

9. Zusammengefassung und Nachwort

Dieser Artikel ist im Hinblick auf Websites für Einzel- und Kleinunternehmer, Berater, Coaches, Trainer und Experten verfasst. Und auf Websites. Mit Blogs und/oder Shops, aber nicht auf Blogs oder Shops alleine. Dafür gibt’s eigene, spezialisierte Plattformen.

a) Was ist mit Squarespace möglich?

Folgende Elemente hast du mit einer Squarespace-Website fix integriert:

  • Kontaktformular (auch ausführliche Anfrageformulare für zB. Hotels)

  • Buchungen

  • Anzeigen des eigenen Standorts auf der Google-Landkarte

  • Buttons (= Schaltflächen zum Klicken)

  • Pop-Ups (= Fenster, die automatisch aufgehen)

  • Email-Anfragen

  • Newsletter-Anmeldung

  • Termin- / Eventkalender

  • Aktuelles / Neues

  • Blog / Podcast

  • Bildergalerien

  • 'Versteckte' Seiten

  • Downloads (PDF zum Herunterladen zB)

  • Schnell ladende Seiten

  • mehrsprachige Websites

  • Produkte verkaufen

Auch wenn die Aufzählung nicht vollständig ist: Bist du Einzel- oder Kleinunternehmer und hast du keine speziellen Sonderwünsche, bist du bei diesem Website-Builder gut aufgehoben.

b) Vorteile von Squarespace

  • Du brauchst keine Programmierkenntnisse für den Website-Bau.

  • Du kriegst die Website inklusive automatischer Sicherheitsupdates, Webhosting, Webspace aus einer Hand. Wenn du willst, auch die Domain.

  • Die Plattform wird kontinuierlich ausgebaut und neue, attraktive Funktionen kommen dazu, die du auf Wunsch nutzt.

  • Du wählst aus vielen Layout-Vorlagen, die individuell anpassbar sind

  • Du bearbeitest Bilder direkt im Editor (zB Ausschnitte verändern)

  • Du sparst dir viel Arbeit und Zeit für’s Einlesen in technische Themen

  • Du musst dich um keine regelmäßig notwendigen (Sicherheits-)Updates kümmern. Das macht die Plattform automatisch für dich.

c) Kritik an Squarespace

  • Eine zu 100 % auf dich und deine Wünsche zugeschnittene Website kriegst du mit dem Web-Baukasten nicht.

  • Du bist durch die Anzahl der Layouts eingeschränkt und kannst mit den Layouts nicht alles machen. Also: Ja, sie sind zu einem hohen Grad individualisierbar, aber trotzdem geht nicht alles.

  • Du bist auf den gebotenen Funktionsumfang angewiesen und schöpfst daraus. Willst du zB ein Forum oder einen Member-Bereich auf deiner Website, dann kriegst du das derzeit nicht direkt bei Squarespace. Diese Funktionen musst du derzeit mit externen Tools integrieren.

d) Anmerkungen

  • Mit Programmierkenntnissen oder einem Developer / Spezialisten kannst du die Layouts dann doch wieder aufbrechen’ und Sonderwünsche umsetzen. Hinweise dazu, wie das geht, gibt es im Squarespace-Forum. Für solche Eingriffe kriegst du keine Unterstützung durch den Support. Das heißt: Geht etwas schief, steigt der Support aus.

  • Du kannst zwar nicht zu 100 % individualisieren, aber du weißt, dass du dich innerhalb eines erprobten, benutzerfreundlichen Designs bewegst, das von Profis entwickelt wurde.

  • Große Auswahl und Vielfalt klingen auf den ersten Blick verlockend. Also zB Web-Baukästen mit über 300 Templates oder dass ich alle Möglichkeiten der Darstellung habe. Mich überfordert das. Ich brauche das nicht. Stell dir die Frage, ob du diese Freiheit wirklich brauchst und willst. Bist du Einzel- und Kleinunternehmer, dann kommst du mit hoher Wahrscheinlichkeit mit den Layouts und Funktionen eines Website-Baukastens aus.

e) Vorteile von Wordpress

  • Mit Plug-ins erweiterst du deine WordPress-Seite um beliebige Funktionen. Das heißt, du baust dir deine Website so, wie du willst. Mit allen Funktionen und Elementen, wie und wo du sie haben willst.

  • Du kannst auch hier wie bei den Web-Baukästen auf Templates – sie werden bei Wordpress ‚Themes’ genannt - zurückgreifen und diese anpassen. Das heißt, du hast eine Vorlage, die dir gefällt und baust nicht von der grünen Wiese weg.

  • Hast du dich hier eingearbeitet, bist du im Stande, deine Website selbst zu warten, anzupassen und weiterzuentwickeln um Zusatzfunktionen, die du über die Zeit brauchst.

  • Du wirst hier nicht durch Entscheidungen und Änderungen zwangsbeglückt wie bei einem Web-Baukasten. Der zB für dich entscheidet, dass es im Webshop nur zwei Zahlungsmethoden geben kann (wie derzeit Stripe und Paypal bei Squarespace). Oder dass es nur bei drei Template-Familien einen ‚Sliding Banner’ gibt.

f) Kritik an Wordpress

  • Es ist alles möglich, du musst dich aber auch um alles kümmern. Das kostet Zeit. Oder Geld, wenn es jemand anderer macht: Regelmäßige Sicherheits-Updates und Updates der Website selbst. Das heißt, aktualisiert Wordpress die Website, solltest du das auch tun. Weil so Sicherheitslücken entstehen und Hacker leichtes Spiel haben.

  • Bei den Updates kommt es manchmal zu Problemen, weil die genutzten Plugins von den jeweiligen Programmierern vielleicht noch nicht aktualisiert wurden.

  • Theoretisch ist eine WordPress-Website für Anfänger einfach einrichtbar. Aber was ist mit der Installation zu Beginn? Bist du technisch nicht einigermaßen versiert, stößt du hier evtl. auf Probleme. Nicht jeder weiß (oder will wissen), wie zB der FTP-Client funktioniert und wie man ihn einrichtet.

  • Manche Hosting-Betreiber bieten eine WordPress-Installation mit nur einem Klick an. Irgendwann wird’s aber dann doch technisch. Nämlich spätestens, wenn das erste Update zu machen ist, das mit einem Plugin oder deinem Theme kollidiert.

g) Anmerkungen

  • Theoretisch brauchst du keine Vorkenntnisse für Wordpress und bringst dir alles schrittweise bei. Du musst auch nicht von Anfang an alles verstehen, sondern arbeitest dich langsam vor.

  • Bei gewissen Anforderungen stehst du bei einem Page-Builder an. Brauchst du zB. eine durchsuchbare Datenbank für Immobilienangebote, dann ist Squarespace nicht die richtige Plattform.

Ich bin ziemlich unemotional, was die genutzte Plattform für Websites betrifft. Für meine Website und meine Zwecke reicht Squarespace momentan bestens aus. Außerdem gefällt mir Squarespace immer noch am besten von allen Page-Buildern. Wieso, habe ich an anderer Stelle bereits mehrfach beschrieben. Sollte sich mein Business irgendwann in eine Richtung entwickeln, wo ich Wordpress - oder eine andere Plattform brauche - werde ich wechseln. Ich bin nicht mit Squarespace verheiratet ;)

10. Zu meinen Erfahrungen:

  • Ich arbeite seit einigen Jahren mit Squarespace.

  • Auch mit Wordpress-Websites als Open-Source-Version habe ich Erfahrung. Erstellt wurden die Seiten jeweils von Programmierern. Ich habe die Seiten betreut, mit Content befüllt und weiterentwickelt.

  • Mit Adobe Dreamweaver hab ich ebenfalls gearbeitet.

  • Für meinen Privatblog nutze ich die Web-Baukasten-Version von Wordpress (ja, die gibt’s auch!). Darauf gehe ich hier aber nicht näher ein, weil ich Squarespace (und andere – siehe hier) als Web-Baukästen schöner finde.