Interview mit Alexandra Polunin: Warum sie von Wordpress zu Squarespace wechselte

 

Warum Alexandra Polunin von Wordpress zu Squarespace wechselte

Warum wechselte die Pinterest-Expertin und Online-Business-Unternehmerin von Wordpress zum Website-Builder ‚Squarespace’? Wie organisierte sie den Umzug? Ist sie happy mit ihrer neuen Web-Heimat? Sie gibt uns hier außerdem ihre Pinterest-Tipps für Websites.

Alexandra Polunin ist Pinterest-Marketingberaterin und unterstützt Selbständige, Unternehmen und Agenturen dabei, Pinterest für ihr Business zu nutzen. Sie entwickelt Strategie und Vorgehensweise, wie das jeweilige Business am besten in die Pinterest-Sprache übersetzt wird.

Hier hörst du das ganze Interview:

Welche Erwartungen hast du als Online-Unternehmerin an deine Tools?

Für mich ist das Allerwichtigste der Faktor Zeit. Diese Tools sollen nicht zu meiner Haupttätigkeit werden. Sie sollen mir einfach dabei helfen, mein Business zu betreiben. Nutze ich ein Tool, zahle ich auch gerne dafür. Aber es soll mir bitte mein Business-Leben erleichtern.

Was erwartest du dir von deinem Website-Builder?

Ich will mich nicht erst ewig einlesen und wöchentlich oder monatlich irgendwas updaten müssen - wie das bei Wordpress ja so ist. Ich will mich um mein Business kümmern.

Wie bist du auf Squarespace gekommen?

Mein erster Berührungspunkt mit Squarespace war die Website von Mariah Cos von 'Femtrepreneur'. Als erstes hab ich mir gedacht ‚Die Website ist hübsch’. Dann fiel mir auf, dass sie clean, klar und einfach ist. Das gefiel mir. Da ist nichts zu viel. Alles, was es da gibt, hat eine Funktion.

Was war der Ausschlag für dich, dass du von Wordpress weggegangen bist?

Ich habe vor anderthalb Jahren nach Marie Kondos Buch ‚Magic Cleaning’ kräftig ausgemistet: jeden Gegenstand, den man besitzt, in die Hand nehmen und schauen, ob er noch Freude bringt. Das habe ich zusätzlich auf jeden Bestandteil meines Business ausgeweitet. Da blieb nicht mehr viel übrig. Wordpress flog raus, weil es mir alles andere als Freude brachte. Es kostete mich zu viel Kraft und Energie, es immer up-to-date zu halten. Mir ist eigentlich nach jedem Update die Website ‚zerschossen’.

Da wusste ich, ich wechsle jetzt. Ich hatte diese schöne Squarespace-Website im Hinterkopf, die mir das alles ein bisschen vereinfachen würde. Das erste Mal machte ich mir im Juni 2017 Gedanken darüber. Ich entschied mich dann relativ schnell dazu zu wechseln.

Wie hast du den Umzug organisiert?

Einige Wochen davor hatte ich begonnen, mir Pins auf Pinterest zu merken, wie das mit Squaresapce so funktioniert. Die hab ich abends immer wieder gelesen. Ich habe mir eine circa zehn Kilometer lange To-Do-Liste erstellt. Dann habe ich mir eine Woche in den Sommerferien für den Umzug geblockt. In der arbeitete ich die Liste Schritt für Schritt ab.

Wie hat das funktioniert? Musstest du recherchieren oder Tutorials ansehen auf Squarespace? Oder war es für dich intuitiv und verständlich?

Ich hatte tatsächlich zufällig einen Kurs für genau mein Theme/Template gefunden. Mit diesem Tutorial bin ich dann einfach Schritt für Schritt vorgegangen. Aber es ist schon so, dass es letzten Endes intuitiv ist. Ich hätte ein bisschen mehr Zeit gebraucht ohne die Unterstützung durch den Kurs. Weil ich dann nur noch umsetzen musste und mir nicht überlegen musste, wie das vonstattengeht. Alles, was es so im Squarespace-Kosmos an Tipps gibt - FAQ-Datenbank und Videos - hat mir schon häufig geholfen. Wenn ich nicht weitergekommen bin, habe ich das dort bekommen.

Wie viele Seiten inklusive Blog hast du mitgenommen?

Vielleicht 40 Seiten. Ich hatte um die 30 Blogartikel, und ich habe mir die Standard-Seiten angelegt: Startseite, Leistungsangebot, Über-mich-Seite usw. Das Anlegen ist nicht wirklich das, was Zeit kostet. Das geht in einem Tag. Viel zeitintensiver war für mich, die Schnittstelle zwischen Squarespace und 'Leadpages' und meinem Email-Marketingtool ‚ConvertKit’ einzurichten. Da habe ich tatsächlich einige Zeit für’s korrekte Einbinden verwendet. Für diese Aufgabe habe ich den Support kontaktiert und nachgefragt, wie das geht.

Fehlt dir bei Squarespace etwas, das du bei Wordpress hattest?

Nicht direkt. Es ist schon so, dass man bei Squarespace weniger Alternativen hat. Für mich ist das aber nichts Schlechtes. Ich habe früher bei Wordpress auch mal einen Tag gesessen und überlegt: ‚Mach ich den Button jetzt so oder so oder so oder so?’ Weil du einfach zig Möglichkeiten hast. Ganz ehrlich, ich brauche die nicht. Also ja, ich habe bei Squarespace alles, was ich auf der Wordpress-Website auch gehabt habe. Ich habe ein bisschen weniger Möglichkeiten, was aber gut ist für mich. Ich habe nur den Button und den Button und den Button. Ich bin da zwar begrenzt, aber ich entscheide mich innerhalb einer Minute für einen davon.

Manche sagen, man brauche fürs Online-Business überhaupt keine Website, eine Salespage reicht. Was meinst du dazu?

Ich bin froh um jede einzelne Webseite, die ich habe. Weil eine Über-mich-Seite finde ich gehört genauso dazu wie ein Kontaktformular und ein Blog. Nur eine Verkaufsseite wäre für mich zu wenig.

Was findest du toll an Squarespace?

Die Kombination aus Einfachheit, intuitiver Bedienung und dass es eigentlich optisch immer gut aussieht. Mich schreiben einmal die Woche Leute an und fragen, wer meine Website gemacht hat. Ich sage dann ‚Ich. Aber ich bin technisch so unbegabt, das ist einfach nur Squarespace'. Die glauben mir das nicht. Die denken, ich hätte voll die Fähigkeiten.

Gibt es Dinge, die du bei Squarespace nicht so toll findest?

Im Vorfeld der DSGVO wurde für meinen Geschmack zu wenig Auskunft gegeben. Jetzt passt es, aber kurzzeitig dachte ich mir schon, 'Oje, hoffentlich geht das gut.' Abgesehen davon habe ich keinen Anlass, mich zu beschweren.

Fehlt dir et was auf Squarespace? Wünschst du dir da irgendwas?

Nein. Ich finde es befreiend, dass ich nicht eine Million Plugins zur Verfügung habe, die ich mir installieren könnte. Es ist alles da, was ich brauche. Dieses 'Mehr' ist ja gerade das, was mich Zeit gekostet hat bei meiner Wordpress-Website. Mit den integrierten Sachen komme ich gut aus und sie reichen meiner Meinung nach auch für jeden Unternehmer vollkommen aus. 

Machst du die Änderungen auf deiner Website selbst oder hast du eine virtuelle Assistentin?

Ich hab es bis vor kurzem selbst gemacht. Jetzt habe ich tatsächlich das erste Mal jemanden beauftragt, der mir mit ein paar Code-Sachen hilft. Ich könnte das auch selbst machen. Das Code-Hinzufügen ist bei Squarespace keine Raketenwissenschaft. Es gibt eigene Felder dafür, man muss da nicht in den Code-Zeilen herumsuchen. Ich habe jetzt aber einfach keine Lust mehr, mit Codes zu hantieren.

Warum bist du ‚Pinterest-Junkie’ geworden?

Weil es eine Ideenplattform ist. Ich bin ein Mensch mit irre vielen Ideen. Als ich dort 2011 begonnen habe, war es damals schon so, dass ich einfach dort für jedes Problem 1000 Ideen gefunden habe, auch verrückte. Keine Standardideen, die man auch bei Google findet, sondern coole, neue, außergewöhnliche Ideen. Das hat mich fasziniert. Dann stellte ich fest, dass man damit auch das Business promoten kann, weil Leute ja nach Tipps suchen. Da wurde mir das Potenzial der Plattform klar. Da gibt es eine Riesen-Suchmaschine mit Ideen. Man muss seine Inhalte nur für diese Suchmaschine aufbereiten und kann ganz viele Leute zu sich auf die Website holen.

 Best Practice: Alexandra Polunin liebt Squarespace

Wir wollen, dass die eigenen Inhalte auf Pinterest geteilt werden. Wie muss eine Webseite sein, um das den Seitenbesuchern zu vereinfachen?

Wenn man auf Pinterest unterwegs sein will, dann rate ich immer dazu, das von Anfang an ganz professionell zu machen. Mit Business-Account und Rich Pins - das sind so einige technische Dinge. Der Vorteil bei Squarespace ist, dass du nicht kompliziert mit Code alles einrichten und verifizieren musst. Es ist alles integriert. Du verknüpfst einfach nur deinen Pinterest-Account beim Social-Tab. Rich Pins einrichten musst du auch nicht. Du musst nur einmal einen Link von einem Blogartikel bestätigen. Squarespace macht es einem wirklich super einfach.

Dazu gib es auch noch einen integrierten 'Pin-it-Button', den du nur aktivieren musst. Keine ewige Suche nach dem passenden Plugin, sondern es ist wirklich schon drin in Squarespace. Das bedeutet, jedes mal wenn jemand über die Grafik fährt, taucht ein Hover-Button auf. Squarespace und Pinterest sind echt gute Freunde. Es geht wahnsinnig schnell und einfach.

Darüber hinaus solltest du auch vertikale Bilder in die Blogartikel integrieren. Ich weiß, dass viele sich dagegen sträuben, weil sie so ein langes Ding auf dem Blog nicht hübsch finden. Aber in Kombination mit dem 'Pin-it-Button' ist das das Zeichen für die Websitebesucher, dass die Inhalte für Pinterest optimiert sind.

Und dass man mit einer Verbreitung auf Pinterest einverstanden ist. Ich denke, in Zeiten der DSGVO ist es ein ganz wichtiges Zeichen. Ich glaube, viele pinnen mittlerweile gar nicht mehr, wenn sie nur horizontale Grafiken auf dem Blog sehen. Weil die für Pinterest extrem ungeeignet sind.

Umgekehrt, wenn ich von Pinterest auf die Website komme, was muss ich als Website-Besitzer beachten?

Man muss wissen, dass 80 Prozent aller Pinterest-Nutzer die App nutzen (!). Daher sollte die Website auf jeden Fall responsiv sein - was sie mit Squarespace zum Glück ja ist. Man sollte alles vor dem Hintergrund einbinden, dass es die meisten von ihrem Smartphone aus sehen werden. Also, keine Mini-Grafiken verwenden und alles wirklich für's Smartphone optimieren.

Noch ist es kein Kriterium, aber ich denke, dass Ladezeiten eine Rolle spielen werden. Weil letzten Endes ist Pinterest eine Suchmaschine. Wer weiß, ob die sich nicht vielleicht wirklich in Richtung Google weiterentwickeln. Wenn man auf der Suche nach Ideen ist, möchte man nicht zehn Sekunden warten, bis eine Seite geladen hat. Das muss zack-zack gehen.

Gibt es für dich 'No-Gos' auf einer Webseite? Was sind die Dinge wo du sagst, das geht überhaupt nicht?

Wenn ich nicht weiß, wo ich hinschauen soll. Hier ist was und da ist was und da ist was und da kommt ein Pop-Up und da und da. Und der Sidebar ist voll .... Das ist der Grund, warum ich Squarespace so toll finde: alles ist so klar und clean und gut für’s Auge.

Vielen Dank für das Gespräch!